Kann man Sekundarschule auch gut machen?

Aber natürlich! Wie brauchen nur in unsere Nachbarstadt Hückeswagen zu schauen. Dort verlief der Prozess der Entwicklung ganz anders als in Radevormwald oder Wermelskirchen und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Zuerst hat der Bürgermeister Hückeswagens die Schulleitungen von Haupt- und Realschule mit einem Grobkonzept zur Sekundarschule beauftragt. Beide Schulleitungen einigten sich gemeinsam auf ein differenziertes, begabungsgerechtes Konzept. Anders als im integrierten Konzept findet hier eine äußere Differenzierung (unterschiedlich leistungsstarke Klassen) statt, was einer sehr heterogenen Schülerschaft gerecht wird. Die Durchlässigkeit zwischen den beiden Anfor-derungsebenen wird durch regelmäßige Leistungskonferenzen gesichert. Und ganz wichtig: Biologie, Chemie und Physik sind in Hückeswagen weiterhin eigenständige Fächer wie in der Mittelschule in Sachsen oder in unseren Haupt-, Realschulen und Gymnasien. Die Fächer werden nicht zu einem Fach „Naturwissenschaften“ fusioniert.
Die Kollegien sowohl von Haupt- als auch von Realschule wurden in die Planungen mit eingebunden. Als professionelle Hilfe engagierte man die Dicura mit Professor Dr. Hans-Ulrich Baumgarten. Die Schulentwicklungsplaner gingen in beide Kollegien und fragten erst einmal ab, welche Aspekte ihrer bisherigen Schulen in die neue Sekundarschule einfließen sollten - Klasse! Auch Eltern wurden eingebunden. Am langen Ende steht ein Konzept, dass von beiden Kollegien getragen wird. Anders als in Wermelskirchen und Radevormwald nehmen in Hückeswagen die Haupt- und Real-schulleitung federführend an den Infoveranstaltungen zur Sekundarschule teil. Die Akzeptanz bei den Eltern ist, so lassen die Äußerungen in den Infoveranstaltungen und die bisherigen Rückläufe der Fragebögen vermuten, sehr hoch. Pferdefuß ist auch hier der gebundene Ganztag, der auch in Hückeswagen von vielen Eltern abgelehnt wird.

 

Das Hückeswagener Konzept ist übrigens den sächsischen „Mittelschulen“ sehr ähnlich (Info: www.sachsen.de). Wir erinnern uns: Gerade haben im landesweiten Vergleich die ostdeutschen Bundesländer hervorragende Ergebnisse im naturwissenschaftlichen Bereich (Physik, Biologie, Chemie, Mathe) erreicht, wir in NRW liegen mal wieder ganz hinten. Die Konzepte der Sekundarschulen in Rade und Wermelskirchen allerdings werden - wenn sie denn zustande kommen - mit dafür sorgen, dass wir die rote Laterne behalten.

(Lesen Sie bitte auch unseren Artikel: Was wir von Sachsen lernen können).

Infos von der Seite: www.sekundarschule-hueckeswagen.de:


Pädagogisches Konzept
Das Pädagogische Konzept wurde von den Schulleitungen der Montanusschule und der Städtischen Realschule erstellt, in Zusammenarbeit mit der Bildungsberatung DICURA.

„Die Sekundarschule bietet allen Hückeswagener Schülerin-nen und Schülern die Möglichkeit, eine für sie bestmögliche Ausbildung wohnortnah und in einer lernfreundlichen und schülerorientierten Atmosphäre zu bekommen.“
Christiane Klur, Schulleiterin Städtische Realschule
Gerd Püschel, Schulleitung Montanusschule

(Anmerkung: Wir hätten uns so einen gemeinsamen Auftritt der Haupt- und Realschulleitung in Rade und Wermelskir-chen auch gewünscht!)

Gemeinsames Lernen
Die Sekundarschule umfasst die Klassen 5 bis 10. In diese Klassen gehen alle Kinder gemeinsam. Die unterschiedlichen Begabungen und Neigungen bereichern das gemeinsame Lernen. Binnendifferenzierter Unterricht in den Klassen 5 und 6 bzw. ab Klasse 7 die Aufteilung in Grund- und Erweiterungsebene (äußere Differenzierung) ermöglichen, dass jedes Kind seiner Leistungsfähigkeit und seinen Neigungen gemäß gefördert wird. Für die Kinder bleiben die Bildungswege so länger offen.

Die Einhaltung gymnasialer Standards erlaubt bei entsprechenden Leistungen einen reibungslosen Übergang in die gymnasiale Oberstufe bis hin zum Abitur. Die praxisnahe Berufsorientierung der Sekundarschule unterstützt die Kinder zudem bei der Berufsfindung.

Soziale Kompetenzen vermitteln
An der Maria-Zanders-Schule werden Werte gelebt. Lehrer und Sozialpädagogen begleiten die Schülerinnen und Schüler und stärken ihre soziale Kompetenz. Fest im Stundenplan verankerte Zeiten lassen Raum für soziales Lernen.
Intensive Begleitung
In den Klassen 5 und 6 ist eine eingehende Laufbahnberatung und individuelle Förderung der Kinder vorgesehen. Bei regelmäßigen Konferenzen stellen die Lehrerinnen und Lehrer die jeweiligen Leistungsentwicklungen fest und planen Fördermöglichkeiten. Um beim Übergang von der Grundschule zur Sekundarschule behutsam an das Fachlehrerprinzip heranzuführen, soll in den beiden unteren Jahrgängen der Klassenlehrer möglichst viel unterrichten.

Schwache und Starke fördern
In extra ausgewiesenen Förderkursen gibt es ein breites Angebot, um Schwächen in fachlicher, methodischer, emotiona-ler oder sozialer Kompetenz auszugleichen und Stärken und Begabungen der Schüler auszubauen. Dies geschieht schon ab Klasse 5. Schüler mit Lernschwierigkeiten erhalten eine besondere Beratung mit spezifischem Förderplan im Lernbüro.

sek hueckeswagen

Quelle: www.sekundarschule-hueckeswagen.de